Was es ist
IR35 ist der gängige Name für die britische Intermediaries Legislation, eine Steuerregelung gegen 'verdeckte Anstellung': Ein Contractor arbeitet über die eigene Limited Company (eine Personal Service Company, PSC), aber die Art, wie er arbeitet, sieht in der Praxis wie eine normale Anstellung beim Endkunden aus. Würde HMRC das Verhältnis als Anstellung werten, wenn man die Zwischengesellschaft wegdenkt, gilt das Mandat als 'inside IR35' und wird entsprechend besteuert. Arbeitet der Contractor dagegen wirklich mit der Kontrolle, dem Vertretungsrecht und dem unternehmerischen Risiko einer unabhängigen Firma, gilt es als 'outside IR35'.
Seit April 2017 für den öffentlichen Sektor und seit April 2021 für mittlere und große private Endkunden liegt die Verantwortung für diese Einstufung bei den Off-Payroll Working Rules nicht mehr beim Contractor selbst, sondern beim Endkunden. Der Kunde muss für jedes Mandat eine Status Determination Statement (SDS) ausstellen, die Einstufung und Begründung nennt, und sie durch die gesamte Lieferkette weiterreichen. Kleine private Endkunden, die unter bestimmten Schwellenwerten bei Umsatz, Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl liegen, sind davon ausgenommen, dort schätzt der Contractor seinen Status weiterhin selbst ein.
Die IR35-Einstufung trifft der Kunde einmal, aber wer für einen Fehler haftet, hängt oft davon ab, wer die Rechnung bezahlt.
Warum es zählt
Für eine Agentur, die zwischen Endkunde und Contractor vermittelt und die Zahlung an die Limited Company des Contractors direkt abwickelt, ist IR35 keine akademische Steuerfrage, sondern eine Haftungsfrage. Die Agentur ist in diesem Fall meist der 'Fee-Payer'. Ist das Mandat inside IR35, muss der Fee-Payer vor der Auszahlung PAYE-Einkommensteuer und National Insurance abziehen und haftet, wenn die SDS nie weitergegeben wurde oder die Abzüge falsch berechnet wurden. Das ist kein Papierkram-Detail, sondern ein direktes finanzielles Risiko für die Agentur.
Das verändert auch das kommerzielle Gespräch, bevor die Stelle überhaupt besetzt ist. Ein Inside-IR35-Tagessatz muss PAYE-Steuer, Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-National-Insurance sowie den Apprenticeship Levy auffangen, deshalb muss er anders kalkuliert werden als ein Outside-IR35-Satz, um dem Contractor ein vergleichbares Nettoeinkommen zu sichern. Umbrella Companies machen es nicht einfacher: Sie stellen den Contractor direkt an und laufen PAYE unabhängig von der eigentlichen IR35-Einstufung, und ab April 2026 haften Agenturen gemeinschaftlich für PAYE, wenn eine Umbrella Company, über die sie einen Contractor platziert haben, ihre Pflichten nicht korrekt erfüllt. All das gehört von der ersten Anfrage an in die Terms of Business und den Job Order, nicht in eine Fußnote.
Wie boilr das übernimmt
boilr trifft keine IR35-Einstufung, das ist eine rechtliche Bewertung, die beim Endkunden und, wo relevant, im Compliance-Prozess der Agentur liegt. Was boilr macht: Es sorgt dafür, dass die kommerzielle Faktenlage zwischen dem ersten Gespräch und der Platzierung nicht verloren geht. Ist ein Job Order als Contract oder Interim markiert, hält boilr IR35-Status, Fee-Payer-Regelung und Umbrella- oder PAYE-Abwicklung direkt am Mandat in den Terms of Business fest, sodass ein Consultant, der die Stelle sechs Wochen später bearbeitet, mit denselben Fakten arbeitet wie der, der sie eröffnet hat.
Dieses Wissen liegt im Company Brain und nicht im Postfach eines einzelnen Consultants. Hat ein Kunde eine feste Haltung, etwa dass die meisten Rollen inside IR35 laufen, oder eine bevorzugte Umbrella Company, überlebt das einen Desk-Wechsel, statt bei jeder neuen Vakanz neu erfragt zu werden. Contract-Mandate bleiben in der BD Pipeline neben Permanent-Rollen sichtbar, sodass ein Desk, der beides bearbeitet, keine separate Tabelle dafür braucht.